Da beginnt Anfang Jahr einer zu basteln, an seinem Requiem. Das irritiert seine Nächsten – und ihn natürlich der Begriff des Bastelns, auch wenn er vorerst mit Japanmesser und Abfallmaterial zugange ist, der Künstler, und Totenköpfe schnitzt. Basteln ist nämlich Hobby und nicht das, was er macht. Aber Kunst? Ihm ist dieser Ausdruck dann doch zu hoch gegriffen. Nicht aber der Titel seiner neuen Arbeit. Doch wessen Totenmesse will er da ins Leben rufen? Natürlich die eigene, ist der erste Gedanke. Das befremdet. Denn es führt vor Augen, dass einer sich der Endlichkeit stellt und nun also den Tod auf die Beine, ihm ein Gesicht gibt, im wahrsten Sinn des Wortes. Die Vergangenheit ist schliesslich grösser als die Zukunft und was war, ist mehr, als was noch sein wird.

Achtzig Jahre sind nämlich schon vergangen und damit fast ein ganzes Leben. Und da, wo der Urheber des besagten Werks, Bruno Arn, zuerst gross und später alt geworden ist, ist fast nichts mehr, wie es einmal war. Sein Dorf ist Stück für Stück Vergangenheit geworden und diese Prozesse waren für ihn immer Grund zur Auseinandersetzung, weil Teil des Weltuntergangs. Jedes Mal ein Stück Verlust seiner Welt, die zwar nie eine grosse war, aber immer eine weite. Und ihm lieb und teure. Diese hat ein Requiem verdient. Sein Requiem für B.

Es nimmt in der Folge Gestalt an. In Form von zehn überlebensgrossen Überlebenden. Bunte, bebilderte und beschriftete Musikanten, einst lebensfrohe Buchser, sind entstanden aus Fragmenten früherer Arbeit, die sich schon immer der Vergänglichkeit angenommen hat. Denn auf diese und die Veränderung ist Verlass. Das hat Bestand. Aber auch die Lebenslust und nicht zuletzt die Dankbarkeit für das, was gewesen ist. So kommt in diesem bildhaften Abgesang nicht nur Trauer, sondern auch viel Heiterkeit zum Ausdruck. Ein fast fröhliches Trauerspiel.

Noch fehlt die Musik. Und die passenden Worte. Doch daran soll es nicht fehlen. Daran wird dieser Tage gearbeitet. Dieter Schürch komponiert und Stef Stauffer textet. Auch an der Inszenierung wird gearbeitet. Sicher ist vorerst eines: Es wird eine eindrückliche Vorstellung. Festgelegt sind auch die Termine. Am 12./13. und 14. September 2019 wird das Requiem für B Dank vielfältiger Unterstützung in der Kirche Münchenbuchsee zur Uraufführung gelangen. Der Vorverkauf beginnt am 19. August. 

Reservierte Billette können am Abend der Vorstellung ab 19.00 Uhr im Foyer des Kirchgemeindehauses abgeholt werden.

kontakt@requiem-für-b.ch